Zusammenfassung:
Die Kundenrevoluation. Warum Unternehmen umdenken müssen. Egli, A. & Gremaud, T. Aus Community Marketing. Wie Unternehmen in sozialen Netzwerken Werte schaffen.
Über 2 Mrd. Resultate erscheinen bei der Google-Suche nach dem Wort „BLog“.
Präsentation mittels eigener Webseite reicht nicht mehr, der Kunde will den direkten persönlichen Kontakt spüren. Ein geeignetes Kommunikationsmittel bietet hierfür der Blog.
Zahl der Absatz- und Kommunikationskanäle wächst – und mit Ihnen die Media-Ausagen.
Das Internet wird in der Werbung zu wenig beachtet, obwohl es von den 18-35 Jährigen das meist konsumierte Medium mit 16 Stunden pro Woche ist.
Das Schubladisieren der Kundinnen und Kunden ist zwecklos. Sie sind nicht (mehr) vorausschaubar und lassen sich durch die klassischen Anzeigen, Werbespots und Plakate nicht mehr in den Bann ziehen. Also wie soll die Werbung der Gegenwart und Zukunft aussehen?
- Wir müssen verstehen, dass nicht mehr der Markt sondern der Kunde / die Kundin die Macht hat.
- Bei einem Angebotsüberfluss muss der Mehrwert klar sein.
- Die Kundinnen und Kunden sind informiert. Sie wissen Bescheid und lassen sich nicht durch utopische, unwahre oder fadenscheinige Versprechungen der Produzentinnen und Produzenten ködern.
- Vertraut wird in das Urteil von anderen Konsumierenden. Face to Face oder eben virtuell – im Internet.
- Streben nach Selbstverwirklichung: Mass- statt Massenfertigung ist gefragt. Dadurch entstehen Nischenmärkte. Pareto-Prinzip hat ausgedient.
- Wir müssen die Kundinnen und Kunden verstehen. Verstehen, was sie wollen. Deshalb müssen wir mit Ihnen in den Dialog treten.
- Von B2B hin zu C2C. Unternehmen sollten die Kommunikation zwischen den Kundinnen und Kunden unterstützen.
6 Thesen werden aufgestellt zum Thema Kundenverhalten und Kommunikationsinstrumente:
- Lassen Sie los. Kontrollverlust ist unvermeidlich, sich dagegen zu sträuben bringt nichts.
- Fördern Sie den Dialog – mit Kunden, unter Kunden, selbst unter Nicht-Kunden.
- No more bullshit marketing. Die Toleranzgrenze befindet sich im freien Fall, die „guten alten Werte“ kehren zurück.
- Mitmachen lassen. Marken werden zu Gemeinschaften, die Welt des Konsums gehört den Kunden – Anbieter leben nur noch darin.
- Geben Sie Anerkennung. Kunden engagieren sich für „ihre“ Marken in bisher ungekanntem Masse.
- Experimentieren. Die rasant ansteigende Komplexität verunmöglicht sichere Prognosen, Gewissheit bringt nur noch das Ausprobieren.
Frei nach dem Motto „wer nichts wagt, verliert dennoch’“ plädieren die Autoren für das Nutzen der neuen Gemeinschaften. Und den Mut haben, Misserfolge einzustecken. Dranbleiben heisst die Devise. Die Kommunikation bleibt weiter komplex und aufwendig. Deshalb ist es Chefsache!
Meine Gedanken und Überlegungen:
Social Shopping: Empfehlungswirtschaft. Spannender Ansatz. Zeigt sich stark in Bezug auf Luxusgüter: Kids mit Markenklamotten, Ipods,
Frage: gibt es die Empfehlungswirtschaft nicht schon lange? Nicht so ausgeartet wie heutzutage aber haben wir nicht schon immer bei Bekannten und Freunden nach Erfahrungswerten gefragt?
Was ist aus dem vielberühmten „Wir Unternehmen müssen Bedürfnisse wecken“-Groove geworden? Ist das heute nicht mehr möglich?
Was mir fehlt in diesem Bericht: Skepsis gegenüber Lobeshymnen und Verriss. Klare Vergleiche wie Preis, Garantieleistung etc. sind transparent. Aber persönliche Erfahrung mit Kunde sind fragwürdig. Sich als Firma im Internet als Kunde ausgeben . Moral!? Ethik?!
Was, wenn der Kunde wirklich schlau wird und erkennt, dass vieles gar nicht wahr ist? Belüge ich meine Nächsten, hat das Folgen. Belüge ich anonym, bleibt es ungescholten? Kann es als Entziehen der sozialen Verantwortung gesehen werden?
„Altruistische Träume der Urväter des Webs leben so tatsächlich weiter…. aufgrund einer Eigenheit von Netzwerken: Mit jedem Freund wächst mein Beziehungsnetz da ich auch auf seine Freunde zurückgreifen kann.“ Und genau hier sehe ich der springende Punkt: Abhängigkeit! Abhängigkeit von der Meinung anderer. Ich begebe mich in die Ingroup, in der sich meine Meinung und die Meinung „meiner Leute“ nur noch um die eigene Achse dreht. Intelligente Leute durchschauen dies und machen sich die Quelle der Meinungsvielfalt im Netz zu gute. Naive Personen und grad auch Kinder und Jugendliche können den Überblick aufgrund mangelnder Erfahrung – auch beziehungstechnisch gesehen – nicht schaffen. Was passiert mit ihnen? Ingroup vs. Outgroup? Fatalistische Gedanken?
Sehr westlich orientierter Artikel.
Bedürfnispyramide steht Selbstverwirklichung zu oberst. Das können wir uns leisten, die da die Grund-, Sicherheits- und Sozialenbedürfnisse gedeckt haben. Wird es so bleiben?